Verifizieren, verifizieren, verifizieren. Das predige ich intern immer wieder, wenn es um die Accounts prominenter Persönlichkeiten bei Facebook oder Twitter geht.
Aktuellstes Beispiel: Am Wochenende stiess ich bei Facebook auf einen Account, der sich als Alt-Bundesrat Moritz Leuenberger ausgab. Der Account war neu (8. Februar 2013) und hatte rund 200 Freunde. Zum Beispiel die SP-Nationalrätinnen Bea Heim und Jacqueline Fehr, die Grüne Nationalrätin Katharine Prelicz-Huber, den Kommunikationsbeauftragten des DEZA sowie ein paar Journalisten und ein Journalistik-Professor.
Interessanter wurde der zweite Blick: Zwar hatte der ehemalige Medienminister noch keine Statements gepostet, aber Posts anderer User geteilt. Diese waren für einen Alt-Bundesrat ein bisschen arg sozial-kitschig im Sinne von “wir-müssen-die-Welt-retten”. Aber da ich – abgesehen von wenigen Kurz-Interviews – Moritz Leuenberger nicht persönlich kenne, war das noch kein Grund, dass bei mir die Alarmglocken läuteten.
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Das Facebook-Profil des falschen Alt-Bundesrats.
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Liked ein SP-Alt-Bundesrat wirklich als erstes die Site eines FDP-Nationalrats?
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Das Facebook-Profil des falschen Alt-Bundesrats.
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Nach wenigen Stunden hatte Facebook den Fake-Account gelöscht.
Allerdings war ich ein wenig irritiert. Auffallend sind die “Likes”, die “Moritz Leuenberger” getätigt hat: Als erstes, gleich nach dem Erstellen des Accounts – die Page von FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen. Liked ein SP-Alt-Bundesrat wirklich zuerst die Page eines FDP-Nationalrats? Danach Basler Zeitung, Blick.ch, 20 Minuten und ein Fake-Profil von SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga, dazu noch das Guiness-Buch der Vollpfosten.
Das machte mich dann doch misstrauisch. Ich fragte bei Alt-Bundesrat Leuenberger nach. Ist das wirklich Ihr Account? Die Antwort kam schon nach wenigen Minuten – nein, es handle sich um einen Fake.
Daraus entwickelte sich im Laufe des Vormittags ein reger Mailverkehr. Ich fragte nach Zitaten für eine kurze Geschichte bei SRF News Online, Alt-Bundesrat Leuenberger erkundigte sich nach Möglichkeiten, den falschen Account sperren zu lassen.
Um Fake-Accounts zu melden, kennt Facebook zwei Möglichkeiten. Nicht-Mitglieder können
diesen Link verwenden. Mitglieder klicken im Fake-Profil auf das

Symbol und wählen “Melden/Blockieren”.
Fazit: Bereits nach wenigen Stunden (!) löschte Facebook auf Intervention von Leuenberger hin den Account. Das Problem für den Alt-Bundesrat hatte sich erledigt und für mich auch die Publikation eines Artikels, da ja niemand mehr getäuscht werden konnte.
Den Blog-Post wollte ich aber trotzdem schreiben. Denn einmal mehr hat sich für mich bestätigt, bei neuen Accounts von prominenten Persönlichkeiten vorsichtig zu sein. Und im Zweifelsfall bei der Person direkt nachzufragen.